Kirchen / Kapellen

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Kirche St. Georg - Sogn Gieri

 
Die Kirche Sogn Gieri (rätoromanisch im Idiom Sursilvan für St. Georg) ist eine kleine Kirche ausserhalb des Dorfes Rhäzüns im schweizerischen Kanton Graubünden. Sie stammt aus dem 10. Jahrhundert und ist Eigentum der Kirchgemeinden Bonaduz und Rhäzüns. Ihr Patrozinium ist der 23. April. Besondere Bedeutung bekommt Sogn Gieri als ein seltenes Beispiel einer vollständig ausgemalten mittelalterlichen Saalkirche nördlich der Alpen.
 
Lage
Sogn Gieri steht auf einem kleinen bewaldeten Hügel, der sich auf dem Hochplateau direkt am Steilufer des Hinterrheins erhebt. Die Kirche ist vom Dorf in etwa zehn Minuten zu Fuss erreichbar. Eine Zufahrt mit dem Auto ist nicht möglich.

Bau
Die Kirche stammt aus dem 10. Jahrhundert und wird in der erste Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Sie besteht aus grob verputztem Bruchsteinmauerwerk, die Ecken sind verstärkt durch Tuffsteine. Schiff und Chor sind unter einem Satteldach zusammengefasst. Unter dem östlichen Giebel führt eine überdachte, doppelläufige Treppe zum Eingang. An der Nordseite des Langhauses finden sich zwei romanische Rundbogenfenster, an der Südseite drei Segmentbogenfenster und das vermauerte ursprüngliche Hauptportal. Das Fragment einer Wandmalerei stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Es zeigt den Drachenkampf des heiligen Georg und stammt vom Waltensburger Meister. Der im Grundriss fast quadratische Turm ist mit einem Spitzhelm bedeckt. An der südlichen Chorwand finden sich Reste einer grossen Christophorus-Darstellung, ebenfalls vom Waltensburger Meister.

Baugeschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Sogn Gieri stammt aus dem Jahr 960. Hier wird sie als Kastellkirche erwähnt: aecclesiam videlicet in castello Beneduces et Ruzunnes (Bonaduz und Rhäzüns). Eine zweite Nennung (ecclesia S. Georgii) stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Grabungen aus den Jahren 1961 und 1962 weisen auf eine Saalkirche aus der Zeit von 750 bis 850 mit Apsis und ummauertem Vorhof hin. Noch im 1. Jahrtausend wurde die Apsis weiter nach Osten hin verlegt. Im 12. und 13. Jahrhundert wurde das Schiff gegen Westen hin verlängert. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde ein spätgotischer Chor eingefügt. Der Turm wurde erst im 14. oder 15. Jahrhundert angebaut. Dies belegt ein Fenster im Innern der Kirche, das heute in den Turm führt. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche erhöht und der Eingang von der Süd- an die Westseite verlegt. Die letzten grösseren baulichen Veränderungen stammen aus dem 18. Jahrhundert: 1731 wurde die Kirchendecke erneuert.

Glocken
Sogn Gieri trägt zwei Glocken. Die erste Glocke hat einen Durchmesser von 89.5 cm und ein Gewicht von ca. 440 kg und ist in c" gestimmt. Sie trägt die Inschrift (als Trennungszeichen werden Glockenbilder verwendet): «o - REX - GLORIE - VENI - CUM - PACE. LUCAS - MÄRCUS - MATHEUS - IOHS - ET - VERBUM - CARO - FCM - E(S)T - ANO - DNI - MCCCCLXV (1465)». Die zweite Glocke stammt aus der Zeit um 1350. Sie hat einen Durchmesser von 72.5 cm, wiegt ca. 240 kg und ist auf dis" gestimmt. Auf ihr abgebildet sind Halbfiguren von Engeln. Sie trägt die Inschrift: «LUCAS -MARCUS - MATEUS - JOHANES - GEORGIUS». Wer die Glocken gegossen hat ist nicht bekannt.

Das Innere
 
Raum
Der Raum über einem unregelmässigen Rechteck wird von hoch sitzenden romanischen Lichtschlitzen erhellt, von denen der nördliche original erhalten ist. Die flache Leistendecke ist von Jakob Moron und stammt aus dem Jahr 1731 (Inschrift: M.I.Mor 1731). Im Mittelfeld ist der Kampf des heiligen Georg gegen den Drachen dargestellt. Die ursprünglich mit Sternen bedeckte blaue Decke wurde bei der Restaurierung 1961/1962 abgelaugt. Der Chor hinter dem Chorbogen hat ein Kreuzgewölbe mit scheibenförmigem Schlussstein.

Malereien
Sogn Gieri ist nördlich der Alpen ein seltenes Beispiel einer vollständig ausgemalten mittelalterlichen Saalkirche. Die gut erhaltenen gotischen Fresken im Chor mit ihren kräftigen Farben sind zum Teil vom Flügelaltar verdeckt. Sie werden dem Waltensburger Meister zugeschrieben und stammen aus der Zeit um 1330 bis 1340. Die etwas blasseren Fresken der Seitenwände stammen von einem anderen unbekannten Maler des 14. oder 15. Jahrhunderts, dem sogenannten Rhäzünser Meister. Alle Fresken zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Diese „biblia paupera“, die Armenbibel, brachte den des Lesens unkundigen Menschen die biblischen Geschichten auf diese Art und Weise nah. Eines der auffälligsten Gemälde ist der Drachenkampf des heiligen Georg vom Waltensburger Meister an der Nordwand, die an die Darstellungen in der Manessischen Liederhandschrift erinnert. Darunter hat der Rhäzünser Meister den Sprung Georgs über die Rheinschlucht abgebildet. Rechts darunter das Wappen der Herren von Rhäzüns. Die Fresken des Waltensburgers zeugen von der gleichen höfischen Kultur, wie sie auch in den Ritterepen und im Minnesang erscheint. Die drastisch geschilderten Folterqualen des heiligen Georg stehen im Kontrast zu den eleganten Heiligen und den edlen Rittern. Eine Besonderheit sind die als Engel dargestellten Evangelisten in den Hauptfeldern des Kreuzgewölbes.

Ausstattung
Der spätgotische Flügelaltar von 1522 stammt aus dem süddeutschen Raum. In geschlossenem Zustand zeigt er eine Anbetung der Könige, in geöffnetem Zustand die heilige Katharina und Dorothea, rechts die heiligen Laurentius und Jakobus der Ältere. Im Innern sind eine Madonna, zu ihrer Linken Johannes der Täufer und der heilige Georg, rechts der heilige Martin und Felix. Die ursprüngliche Felixfigur ist durch eine ebenfalls spätgotische kleinere Figur ersetzt worden. Über den Figuren ist um 1550 der Schreinhimmel mit dem Wappen der Lugnezer Stifterfamilie Solèr bemalt worden, flankiert vom gemalten heiligen Georg links und vom heiligen Luzius rechts. Die truhenförmige Kanzel ist ein Werk von Heinrich und Georg Moron und stammt aus dem Jahr 1659. Die aus einfachen Balken bestehenden Kniebänke auf dem Kalkmörtelboden stehen seit 1661.
In der Kirche Sogn Gieri ist ein einmaliges Beispiel einer Biblia Pauperum erhalten, einer vollständigen Bibelillustration, die bei der Schöpfung ansetzt und mit dem Weltgericht endet.
 
Die Kirche ist täglich von 08.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

Kirche St. Georg  St. Georg, der Drachentöter

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Kirche St. Paul - Sogn Paul

Die Kirche Sogn Paul (romanisch für St. Paul) ist die ehemalige Pfarrkirche des Dorfes Rhäzüns im schweizerischen Kanton Graubünden. Sie ist Eigentum der Kirchgemeinden Bonaduz und Rhäzüns und täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet.


Lage
Sogn Paul steht leicht erhöht am südöstlichen Dorfrand neben dem Friedhof und bildet gleichsam den Gegenpol zur auf der anderen Seite des Dorfes gelegenen Kirche von Sogn Gieri.

Bau
Der einschiffige Bau wird von einem Satteldach gedeckt, der Eingang liegt an der bergseitigen Westseite unter einem überdachten Vorplatz. Die südliche Längswand wird durch drei gotische Spitzbogenfenster und die angebaute Sakristei gegliedert. An der Nordseite des Chors steht der Turm mit quadratischem Grundriss. Über den doppelten Schallfenstern geht das Mauerwerk in einen Holzbau über, darauf erhebt sich ein achteckiger mit Holzschindeln gedeckter Spitzhelm. Unter vorstehenden Steinplatten, die den Giebelverlauf des ältesten Chores anzeigen, zeigt ein Wandbild des Waltensburger Meisters aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts den heiligen Christophorus.

Baugeschichte
Schriftliche Quellen über den Bau von Sogn Paul fehlen. Anlässlich der Gesamtrestaurierung in den Jahren 1988–1992 konnten jedoch vier Bauphasen festgestellt werden. Der älteste Teil entstand im 12. oder 13. Jahrhundert und umfasste etwa einen Fünftel der heutigen Fläche. Wohl zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde südlich die Begräbniskapelle der Herren von Rhäzüns angebaut, so dass zwei eigenständige Bauten aneinandergrenzten. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde dieses Doppelgebäude unter einem einheitlichen Dach zusammengefasst und gegen Westen erweitert, womit die Kirche nun über ein Schiff mit zwei Chören verfügte. Um 1620 wurden die beiden Chorgewölbe zu einem einzigen zusammengefügt und mit einer Holzdecke versehen. Das Schiff wurde nochmals beträchtlich gegen Westen hin erweitert.  Der Turm wurde im 14. Jahrhundert unter Verwendung von Teilen eines niedergelegten romanischen Turmes neu aufgebaut und zu Beginn des 15. Jahrhunderts erhöht. Seine heutige Gestalt erhielt er zusammen mit dem Hauptbau um 1620.

Das Innere

Raum
Schiff und Chor werden von einer um 1620 eingezogenen flachen Holzdecke überdeckt. Marmorierte Bahnen umgeben die zentrale Darstellung: die Bekehrung des Paulus. Der Fussboden besteht aus unregelmässigen Natursteinplatten; im südlichen Chorbereich zeigen Grabsteine die Lage der ehemaligen Begräbniskapelle an.

Malereien
Die Wandmalereien an der nördlichen Chorwand entstanden gegen Ende des 16. Jahrhunderts und zeigen Szenen aus der Passions- und Auferstehungszeit Christi. Andere Malereien stammen aus dem 13. bis 17. Jahrhundert. An der südseitigen und rückseitigen Chorwand haben sich mit u. a. der heiligen Anna und des heiligen Nikolaus Bilder des Waltensburger Meisters erhalten. Die Darstellung auf rückseitigen Chorwand vom Kampf Georgs gegen den Drachen ist von einem unbekannten Meister und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Dass die abgebildeten Heiligen, Kleriker, Laien und Ritter sehr verschieden wirken, hängt mit ihrer unterschiedlichen Entstehungszeit zusammen. Die Vorgängerbauten wurden in die heutige Kirche integriert; nach Untersuchungen aus den Jahren 1991 und 1992 werden im Chor sechs Farbschichten unterschieden.

Ausstattung
Der Hochaltar im Chor stammt aus dem 17. Jahrhundert; der Schrein zeigt die Muttergottes, begleitet von den Heiligen Paulus und Petrus; letzterer stammt aus einem älteren Altar aus dem 16. Jahrhundert.
Der linke Seitenaltar stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert und zeigt im Hauptbild Maria Immaculata, links den heiligen Sebastian, rechts den heiligen Rochus. Der rechte Seitenaltar aus Stuck zeigt im Hauptbild das von Engeln umgebene Jesuskind. Am Unterbau des Altars steht die Jahreszahl 1671. Die achteckige Holzkanzel auf der Nordseite stammt aus dem Jahr 1625. Sie trägt den Namen des Stifters, des damaligen Pfarrers Otto von Castelmur sowie die Namen der Handwerksmeister Gion und Melchior Harrt.  Die Empore mit geschweifter Brüstung und barocken Füllungen stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und stammt ursprünglich aus der Rhäzünser Pfarrkirche Nossadunna. Die acht heraldischen Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert im Chor erinnern an die früheren Verwalter und Pfarrherren von Rhäzüns.

Ein Modell der Kirche Sogn Paul im Massstab 1:25 steht bei Swissminiatur in Melide (Ausstellungsnummer 26).

Kirche St. Paul mit Wandbild des St. Christophorus

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Pfarrkirche Maria Geburt - Nossadunna

Das heutige Siedlungsbild von Rhäzüns wird wesentlich durch die mitten im Dorf stehende katholische Pfarrkirche Nossadunna geprägt. Der Kirchturm ragt weit über alle Dächer und tritt als ein weithin sichtbares Wahrzeichen in Erscheinung.

Obschon bereits 1701 geweiht, wurde der barocke Sakralbau erst 1777 zur Pfarrkirche. Der Grundriss zeigt einen achteckigen Zentralbau mit zwei Seitennischen und im Norden angeschobenem, polygonal geschlossenem Chorraum. In der östlichen Chorschulter ist der Turm eingefügt, in der westlichen die Sakristei.

Alle Kirchen sind täglich von 08.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.
(Automatische Türschliessung)

Karfreitagsprozession 
Die traditionelle Karfreitagsprozession begleitet vom Chor ad hoc und der Musikformation beginnt um 20.30 Uhr in der Pfarrkirche.

Patrozinium
Das Patroziniumsfest feiern wir am ersten Sonntag im September. Der Chor ad hoc umrahmt die Messfeier. Die Prozession wird von den Erskommunikanten, den Tambouren und der Musikgesellschaft Bonaduz begleitet.
siehe Agenda

Glockengeläut Pfarrkirche Rhäzüns

  1. Glocke Stundenschlag, D151 cm; Gewicht: ca. 1700 kg; Tonart: des; 
  2. Glocke Viertelschlag, Tagläuten, D120cm, Gewicht: ca. 1113 kg, Tonart: f; 
  3. Glocke Mittagsglocke, D100cm, Gewicht: ca. 500 kg, Tonart: as; 
  4. Glocke Totenglocke, D90cm, Rosenkranzglocke, Gewicht: 440 kg, Tonart: b;
  5. Glocke D75 cm, Gewicht: ca. 200 kg. Tonart: des;

 Kirche Maria Geburt - Nossadunna

Dieser Text basiert auf der Homepage der Katholischen Kirchgemeinde Rhäzüns

Die Kapelle Sogntga Balugna (Apolloniakapelle)

Westlich der Pfarrkirche Nossadunna, fast auf Höhe des Chors, steht die kleine, malerisch anmutende Kapelle Sogntga Balugna. Der österreichische Administrator Johann Baptist Wenser von Freienturm liess den urkundlich erstmals im Jahr 1711 erwähnten Bau mit Steildach 1727 nach Norden erweitern. Grund für diese Stiftung war die wunderbare Heilung seines missgestaltet geborenen Kindes.

Alle Kirchen sind täglich von 08.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.
(Automatische Türschliessung)

Apolloniakapelle

Dieser Text basiert auf der Homepage der Katholischen Kirchgemeinde Rhäzüns